Aktion "Bewerbungsgespräch für einen Ausbildungsplatz"


 

2. Baustein

Maennchenmedium

Der Verein EIBO führt in Kooperation mit Schulen, den Kommunen, den in der Region ansässigen Betrieben und den Kammern aufbauend auf die Aktion zur Berufsorientierung und gegen Fachkräftemangel eine weitere Aktion zum Thema Übergang von Schule und Beruf durch.

Bei den simulierten Bewerbungsgesprächen gehen wir von folgender Überlegung aus: Mit der Einladung zum Vorstellungsgespräch geht der Weg zum Ausbildungsplatz in die zweite entscheidende Runde. Die Bewerbungsunterlagen haben die grundsätzliche Eignung der Bewerbers aufgezeigt und das Interesse des möglichen künftigen Ausbildungsbetriebes geweckt. Im Bewerbungsgespräch möchte der Arbeitgeber nun mehr über die Persönlichkeit, die Teamfähigkeit, die Motivation, die Leistungsbereitschaft und die Fähigkeit des Bewerbers in Erfahrung bringen und abgleichen, inwieweit dieser die Voraussetzungen und Anforderungen der künftigen Berufstätigkeit und des Arbeitgebers erfüllen kann.

Dabei soll den Schülerinnen und Schülern vermittelt werden, dass grundsätzlich jedes Vorstellungsgespräch im Zusammenhang mit einem Ausbildungsplatz ein bisschen anders verläuft - allerdings meist einem klassischen Muster folgt. In der Regel geht es um die Fragen zu der Bewerbung, der künftigen Tätigkeit und dem Ausbildungsbetrieb. Typische Fragen, mit denen der angehende Azubi rechnen sollte, sind beispielsweise:

 

  • weshalb sie/er gerade diesen Beruf erlernen möchte
  • wie sie/er sich ihren/seinen künftigen Berufsalltag vorstellt
  • welche praktischen Erfahrungen und persönlichen Interessen sie/er mitbringt, die besonders gut zu dem angestrebten Beruf passen
  • weshalb sie/er die Ausbildung gerade bei diesem Unternehmen absolvieren möchte
  • was sie/er über das jeweilige Unternehmen weiß und was ihr/ihm an dem Unternehmen besonders gut gefällt

 

Die Aktion soll einerseits dem gerade für kleinere Betriebe bereits spürbaren Fachkräftemangel entgegenwirken und den Unternehmen die Bewerberinnen und Bewerber zuführen, die an einer Ausbildung in dem jeweiligen Beruf und Betrieb interessiert sind; andererseits den Jugendlichen Hilfestellung bei der zielgerichteten Bewerbung für den geeigneten Beruf geben. Damit sollen auch die Fehlbesetzungen von Ausbildungsplätzen und Ausbildungsabbrüche vermieden werden.

Damit dient die Aktion gleichzeitig der Stärkung und Entfaltung der Persönlichkeit der Jugendlichen. Sie können unter realistischen Bedingungen ausprobieren, wie sie mit der Situation des Bewerbungsgesprächs zurecht kommen, ihre Souveränität beim Umgang mit nicht erwarteten Fragen schulen und gleichzeitig anhand der Gesprächs ihre bisherige Berufsorientierung überprüfen.

Die Aktion Bewerbungsgespräch wird in folgendem Modus angeboten:

Das Bewerbungstraining ist der 2. Baustein nach den Berufsorientierungstagen, die EIBO für die Schüler des 8. Jahrgangs orgnisiert. Die Jugendlichen kommen dabei selber in die Betriebe und können sich vor Ort ein Bild von Ausbildungs- und Arbeitssituation machen. Die Schülerinnen und Schüler des 9. Jahrgangs wählen einen Beruf aus, der ihren Eignungen und Interessen am stärksten entspricht und für den sie sich für einen Ausbildungsplatz bewerben möchten. Sie richten das im Fach "Deutsch" erstellte simuliertes Bewerbungsschreiben mit den erforderlichen Bewerbungsunterlagen (Bewerbungsmappe) an Firmen aus dem von EIBO bereitgestellten Pool (Grundlage CD der Berufsorientierung), die von Firmeninhabern und Personalchefs wie eine echte Bewerbung behandelt werden. Die Jugendlichen werden von EIBO offiziell zum Vorstellungsgespräch eingeladen.

Aus Vertretern der örtlichen Unternehmen, von Kammern und Innungen und vom EIBO-Netzwerk werden für die verschiedenen Berufe Gruppen für die Ausbildungsberufe gebildet. Letztere kommen insbesondere bei den kleineren Betrieben zum Einsatz, die den hohen personellen Aufwand nicht leisten können. Diese Gruppen (bis zu drei Personen) führen mit den einzelnen Jugendlichen Bewerbungsgespräche.

Die Bewerbungsgespräche finden außerhalb der Schule statt und sollen möglichst realistisch die Situation von Bewerbungsgesprächen simulieren. Insofern soll bei den Vertretern, die die Gespräche mit den Jugendlichen führen, fachliche und betriebliche Kompetenz sichergestellt werden. Die einzelnen Gespräche werden mit einer Videokamera aufgezeichnet.

Nach den Gesprächen können die Schülerinnen und Schüler auf einer DVD in aller Ruhe - auch zusammen mit ihren Eltern - ihren Probeauftritt noch einmal ansehen und die schriftlichen Aussagen der Firmenvertreter überprüfen. Dieses Feedback hilft Schülerinnen und Schülern, vorhandene Defizite bis zum Zeitpunkt realer Bewerbungsgespräche abzubauen.

 

Die Einzelheiten:

  • Termin: 1x jährlich
  • Beteiligte: Verein EIBO, Schule, Kommune, Unternehmen, Innungen und Kammern
  • Durchführung von Bewerbungsgesprächen in technischen, medizinischen, handwerklichen, landwirtschaftlichen, kaufmännischen, sozialen und Verwaltungsberufen unter realistischen Bedingungen
  • Erfolgskontrolle/Evaluation: Im Anschluss an die Aktion werden die Bewerungsunterlagen bewertet und korrigiert an die Schülerinnen und Schüler ausgegeben. Ebenfalls erhalten sie das Bewerbungsgespräch auf DVD sowie einen besonders aufschlussreichen Feedback-Bogen von den Firmenvertretern.